Wort des Bischofs

Ich schreibe während der Karwoche. Der Karfreitag wirft eine dramatische Frage auf: Wäre die Welt anders, wenn der Sohn Gottes nicht Mensch geworden wäre, wenn er diese Qualen nicht erlitten hätte? Wäre ich anders? Diese Frage kann sich stellen, wenn man in diesen Tagen den Zustand der Welt betrachtet. Es wäre schrecklich, wenn Jesus umsonst gestorben wäre oder umsonst Mensch geworden wäre. Aber gerade weil das schrecklich wäre, stellen wir uns persönlich die Frage: Wäre ich anders?

Wir begehen die Karwoche in einem Heiligen Jahr, das dem heiligen Franz von Assisi gewidmet ist. Der Einfluss des Armen von Assisi ist beträchtlich, sei es als Inspirator des christlichen Lebens oder als Botschafter gegenüber Nichtchristen (das bekannteste Beispiel ist seine Begegnung mit dem Sultan). Hätte er das Evangelium nicht ernst genommen, wäre keine Erinnerung an ihn geblieben. Franziskus hat im Evangelium keine Auswahl getroffen zwischen dem, was ihm passte, und dem, was ihn störte, er hat einfach das Ganze angenommen. Ich werde nicht müde, meinen Wunsch zu wiederholen, dass man sehen und sagen möge: „Die Kirche ist das Evangelium, das weitergeht.“ Das ist mein Osterwunsch, ganz im „franziskanischen“ Stil.

+ Charles Morerod OP

Im Gebet mit den Opfern der Tragödie in Kerzers

Die Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg und die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg haben mit grosser Trauer von der Tragödie erfahren, die sich gestern Abend in Kerzers ereignet hat, und möchten ihre tiefe Solidarität zum Ausdruck bringen.

Ihre innigsten Gebete gelten den Familien, die von dieser Katastrophe schwer getroffen wurden. Ihre Fürbitte gilt auch all jenen, die berufen sind, den Verletzten, Verzweifelten und Schockierten beizustehen. Möge gegenseitige Hilfe und ein offenes Ohr inmitten dieses Dramas Halt und Kraft geben.

Heute Abend um 19:00 Uhr findet in der Kirche von Reformierten Kerzers (Kirchgässli 1) eine ökumenische Gebets- und Andachtsfeier statt.

In Gedanken und Gebeten.

Mgr. Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg

Pfr. Pierre-Philippe Blaser, Präsident des Synodalrats der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg

 

Kontaktpersonen:
Katholische Kirche des Kantons Freiburg:
Isabella Senghor, isabella.senghor@kath-fr.ch, 026 426 34 15

Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg:
Benjamin Stupan, benjamin.stupan@ref-fr.ch, 079 945 59 19

(PDF-Version der Mitteilung)

Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs: Implementierung der psychologischen Assessments

Im Verlauf von 2025 hat die römisch-katholische Kirche die Einführung wissenschaftlich abgestützter Assessments für angehende Seelsorgende gestartet. In einer Pilotphase wurden in sämtlichen Bistümern insgesamt 72 solcher Eignungsabklärungen durchgeführt. Diese wurden von Prof. Jérôme Endrass, Leiter Forschung & Entwicklung beim Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, und seinem Team konzipiert. Sämtliche Abklärungen und Gespräche werden von ausgewiesenen externen Fachpersonen durchgeführt. In Einzelfällen haben sich die diözesanen Verantwortlichen, entsprechend den Empfehlungen der Experten, gegen eine weitere Zusammenarbeit mit evaluierten Personen entschieden.

Weiterlesen: Pressemitteilung vom 03.02.2026

Für die Bedürfnisse des Bischöflichen Ordinariats

25.01.2026 und 13.09.2026

Das Ziel dieser Spendenaktion ist es, dem Diözesanbischof die Ausübung seines Amtes zu ermöglichen und die direkt mit ihm verbundenen Dienste zu unterstützen. Sie trägt somit zur Finanzierung des Bischöflichen Ordinariats im Dienste der pastoralen und administrativen Mission bei.

Ohne staatliche Subventionen oder Kirchensteuern ist das des Bischöfliche Ordinariat im Wesentlichen auf seine eigenen Einnahmen angewiesen, die jedoch nicht ausreichen, um seine Mission vollständig zu erfüllen.

Angesichts der rückläufigen finanziellen Unterstützung ist es notwendig geworden, die Ressourcen des des Bischöflichen Ordinariats durch die Kollekte zu stärken, um die Kontinuität seiner Aktivitäten und Dienste innerhalb der Diözese zu gewährleisten.

Das Westschweizer Zentrum für Bildung in der Kirche (CCRFE)

06.09.2026

Die Kollekte ist für das Westschweizer Zentrum für Bildung in der Kirche (CCRFE) bestimmt, das die Ausbildung für die Diözesen der Romandie organisiert. Im CCRFE (das damit das frühere Bildungsinstitut für kirchliche Ämter – IFM ersetzt) werden Seelsorgerinnen, Seelsorger und auch die ständigen Diakone ausgebildet. Es bietet auch ergänzende Kurse für Theologiestudenten an sowie Fortbildungen für Priester, Diakone und Laienseelsorger der Westschweiz.

Ihr Gebet, Ihre Unterstützung und Ihre finanzielle Hilfe erlauben es dem Zentrum, seine Aufgabe zu erfüllen und die professionellen Mitarbeitenden der Kirche zuzurüsten, damit das Evangelium den Frauen und Männern unserer Zeit verkündet werden kann.

Zur Unterstützung der Diözesanregion Neuenburg

07.06.2026

Im Kanton Neuenburg sinkt der Kirchenbeitrag Jahr für Jahr, während die Nachfrage vor Ort steigt. Viele Menschen im Kanton sehnen sich danach, die Botschaft der Kirche zu entdecken und begleitet zu werden.
Diese Spendenaktion dient direkt der Finanzierung der Gehälter der Priester und Seelsorger, die konkret in den Gemeinden tätig sind: Besuche, Begleitung, Feiern und brüderliche Präsenz.
Vielen Dank, dass Sie diese wichtige Mission unterstützen und es der Kirche im Kanton Neuenburg ermöglichen, lebendig und jedem nahe zu bleiben.

Bistumsseminar Redemptoris Mater und doktorierende Priester

26.04.2025

Die Kollekte ist für zwei Projekte zur Unterstützung von Priestermissionaren bestimmt.

Das erste unterstützt das Seminar Redemptoris Mater. Dieses Seminar mit Sitz in Freiburg wurde 2018 von Bischof Morerod gegründet und steht im Einklang mit dem Aufruf von Papst Franziskus zur Evangelisierung. Es nimmt Missionare aus aller Welt auf, die zur katholischen Bewegung „Neokatechumenaler Weg“ gehören. Es handelt sich um zukünftige Priester, die insbesondere in unserer Diözese tätig sein werden.

Das zweite Projekt richtet sich an promovierende Priester. Ausländische Priester werden von ihrem Bischof an die Universität Freiburg geschickt, um ihre Ausbildung zu vervollständigen oder sich zu spezialisieren. Einige von ihnen verfügen nicht über ausreichende Mittel, um hierzulande ein angemessenes Leben zu führen.

COP30, Belém (Brésil)

COP30: Die christliche Gemeinschaft als  Hoffnungsbotin der Schöpfung

Die kürzlich zu Ende gegangene COP30-Konferenz in Belém (Brasilien) lieferte Ergebnisse, die von vielen Beobachter/innen und institutionellen Akteur/innen als enttäuschend empfunden wurden. Den Staats- und Regierungschefs gelang es nicht, konkrete Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einzugehen. Es wurde auch kein verbindlicher Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verabschiedet. Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte sprach sogar von „mageren Ergebnissen” und einer „fatalen Trägheit”, die eines Tages als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden könnte.

Ein Keim der Hoffnung bleibt aber:  Die christliche Gemeinschaft setzt sich weiterhin stark für die Schöpfung ein. Mit acht Kardinälen, 47 Bischöfen und 97 Verantwortlichen katholischer kirchlicher Organisationen war die christliche Gemeinschaft zahlreich an dieser Weltklimakonferenz vertreten. Inspiriert und genährt durch die Lehre und das Wirken von Papst Leo XIV. und seinem Vorgänger Franziskus prägten sie dieses Treffen mit neuartigen Initiativen, darunter die erstmalige Feier einer Liturgie zum Thema „Sorge für die Schöpfung”, in der die Gläubigen zu einer «ökologischen Bekehrung» aufgefordert wurden. Die «Sorge für die Schöpfung» wird als spirituelle Pflicht im Zentrum des christlichen Glaubens verstanden.

Papst Leo XIV. erinnerte nachdrücklich an die Notwendigkeit eines politischen und kollektiven Engagements. Er forderte jeden auf, seine Verantwortung für den Schutz der Erde wahrzunehmen, und bekräftigte, dass „die Schöpfung das Antlitz Jesu Christi widerspiegelt”.

Im Gegensatz zu den Versäumnissen der COP30 und der ausbleibenden Reaktion auf die Dringlichkeit der Klimakrise betont die prophetische Botschaft von Papst Leo XIV., dass die Kirche und die Christ/innen eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer gerechten und nachhaltigen Zukunft spielen müssen.

Angesichts der internationalen Untätigkeit bekräftigen Christinnen und Christen, dass der tätige Glaube ein wesentlicher Antrieb für echte ökologische Veränderungen ist. Diese Veränderungen gehen aus unserem konkreten Engagement als Christ/innen hervor, um auf den Schrei der Armen und der Erde zu reagieren.

Konkrete Handlungsansätze des Bischofsrats für Ökologie finden Sie auf der Website Bischofsrat Ökologie. Die verschiedenen Mitglieder des Rates stehen Ihnen für Fragen oder als Unterstützung gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie ebenfalls auf der Website.

Lausanne, 01.12.2025

(PDF-Version der Pressemitteilung)

Foto: COP30, Belém (Brasilien) © Fastenopfer