Wort des Bischofs

Ich schreibe Ihnen im Anschluss an Pfingsten. Die Erfahrung der sechs Erwachsenenfirmungen ist mir noch sehr präsent. Man spürt hautnah das Wirken Gottes und die Vielfalt seiner Gaben.

Und am Pfingstmontag hat uns Papst Leo XIV. seine Enzyklika Magnifica Humanitas[1] geschenkt. Die Wahl seines Namens Leo zeigt eine bewusste Anknüpfung an die Soziallehre der Kirche, die sich auf die Enzyklika Rerum novarum von Leo XIII. (1891) bezieht. Leo fasst übrigens zusammen, was die nachfolgenden Päpste seit 1891 zu diesem Thema geschrieben haben, und zitiert seinen Vorgänger Paul VI., um auf die Notwendigkeit situationsgerechter Antworten hinzuweisen: „[…] der heilige Paul VI. [erkannte], dass es angesichts der grossen Vielfalt geschichtlicher Situationen unrealistisch ist, zu denken, dass die Soziallehre eine einzige Antwort geben kann, die für alle Kontexte gültig ist; deshalb forderte er alle christlichen Gemeinschaften auf, mit klarem Blick und mit Verantwortungsbewusstsein die Gegebenheiten ihres jeweiligen Landes zu betrachten.“ (§ 26). Im Zentrum der Soziallehre steht die Würde der menschlichen Person.

Papst Franziskus hatte das Thema Ökologie in die Soziallehre aufgenommen (in seiner Enzyklika Laudato Si’ von 2015). Sein Nachfolger zeigt nun auf, wie das Thema der künstlichen Intelligenz (KI) darin integriert werden kann. Er will weder deren Nutzen leugnen noch in dieser sich entwickelnden Frage ein endgültiges Urteil fällen, sondern wirft Fragen zu den Auswirkungen auf den Menschen auf. Dabei geht es zum Teil um direkt wirtschaftliche Auswirkungen (Verlust von Arbeitsplätzen, ungleicher Zugang zu dieser Ressource, Bedingungen der Rohstoffgewinnung und des Energieverbrauchs…), im Zentrum der Frage steht jedoch eine Vision der Menschheit, die er uns als grossartig vorstellt.

Eine Passage hat grosse Aufmerksamkeit erregt: „KI zu entwaffnen bedeutet, sie der Logik des bewaffneten Wettbewerbs zu entziehen, der heute nicht mehr nur militärischer, sondern auch wirtschaftlicher und kognitiver Natur ist“ (§ 110). KI präsentiert sich als Ausgleich für die menschlichen Grenzen. Der Papst kommentiert: „[…] im Guten aufzubauen [bedeutet], die Begrenztheit und Schwäche des Menschen zu akzeptieren, ohne sie als einen Fehler zu betrachten, der korrigiert werden müsste“ (§ 12). Er fügt hinzu, dass der Glaube zwar eine Verbesserung ins Auge fasst, aber auf einer ganz anderen, buchstäblich übernatürlichen Ebene: „Der Ausdruck more than human gehört nicht allein zur Sprache der Verheissungen der Technik. Seit Jahrhunderten macht die christliche Tradition geltend, dass der Mensch nicht auf die Grenzen seiner Natur beschränkt ist, sondern dazu berufen, sich selbst zu übersteigen: nicht um der Wirklichkeit zu entfliehen oder um Begrenzungen zu missachten, sondern um in der Liebe vollendet zu werden. Der Glaube weiss um ein „Darüber-Hinaus“, das aus der Gnade Gottes kommt“ (§ 127).

Dieser augustinische Papst knüpft an «De civitate Dei» an, indem er eine Sicht der Geschichte als Aufbau zweier Städte darlegt: „‘Zweierlei Liebe also hat die beiden Städte gegründet, und zwar die weltliche Stadt die bis zur Verachtung Gottes gesteigerte Selbstliebe, die himmlische Stadt die bis zur Verachtung ihrer selbst gehende Gottesliebe.’“ (Zitat aus De civitate Dei von Augustinus in § 130). Eine interessante Variante dieser Dynamik findet sich, wenn der Papst sagt: „[…] die erste Entscheidung [ist…] nicht die zwischen einem „Ja“ oder einem „Nein“ zur Technologie, sondern die zwischen der Konstruktion von Babel oder dem Wiederaufbau Jerusalems, zwischen einer Macht, die sich anmasst, den Himmel zu beherrschen, und einem Volk, das sich in Gottes Gegenwart vereint ans Werk macht, die Mauern des geschwisterlichen Zusammenlebens wiederaufzubauen“ (§ 9).

Die Enzyklika, wenn sie sich mit dem durch KI erleichterten Zugang zu Informationen befasst, fordert die Kirche in diesem Zusammenhang auch zu einer Gewissensprüfung auf: „Auch die christlichen Gemeinschaften müssen an einer transparenten Kommunikation und ehrlichen Suche nach Fakten mitwirken. Leider ist dies nicht immer der Fall gewesen. Mit Scham haben wir miterlebt, wie schmerzhafte Wahrheiten auch über Mitglieder der Kirche und über kirchliche Wirklichkeiten ans Licht kamen. Insbesondere einige Journalisten, denen die Wahrheit am Herzen liegt, haben eine wesentliche Rolle dabei gespielt, Ungerechtigkeit und Missbrauch ans Licht zu bringen. An sie möchte ich erneut die Worte richten, die Papst Franziskus in seiner Ansprache vor den Vatikan-Korrespondenten sagte: ‘Ich danke euch auch für eure Berichte darüber, was in der Kirche nicht stimmt, dafür, dass ihr uns helft, es nicht unter den Teppich zu kehren, und für die Stimme, die ihr den Opfern von Missbrauch gegeben habt’. Wachsamkeit und Transparenz sind jedoch in erster Linie eine schwerwiegende Verantwortung der Kirche selbst, und wir dürfen nicht darauf warten, dass andere uns zwingen, uns mit unbequemen Wahrheiten über uns selbst auseinanderzusetzen“ (§ 138).

Ich schliesse mit einer persönlichen Erfahrung. Auf die Frage «Was würdest du einer Person sagen, die leidet?» antwortet die KI mit einer langen Theorie. Doch ein Mensch, der einem anderen Menschen gegenübersteht, verfügt über ein Einfühlungsvermögen, das ihn manchmal dazu veranlasst, gar nichts zu sagen, anstatt eine Theorie von sich zu geben, sondern einfach nur da zu sein.

+ Charles Morerod OP

[1] https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

Abgang des bischöflichen Beauftragten für die Bistumsregion Waadt

Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, nimmt den Rücktritt von Michel Racloz als bischöflichen Beauftragten für die Bistumsregion Waadt zur Kenntnis. Nach fünf anspruchsvollen Jahren und am Ende seiner Amtszeit strebt Michel Racloz ein besseres Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben an. Die Stelle wird nach dem Ergebnis der kanonischen Visitationen in den Bistumsregionen neu besetzt.

Dank an Michel Racloz
Michel Racloz war über 30 Jahre lang im Dienst der katholischen Kirche im Kanton Waadt tätig, nacheinander als Seelsorger, Leiter der Abteilung für Solidarität, Delegierter des Bischofsvikars und seit dem 1. September 2021 (für fünf Jahre) als bischöflicher Beauftragter. Er scheidet am 31. Mai 2026 aus seinem Amt aus. Bischof Morerod dankt ihm ganz herzlich für sein beständiges und treues Engagement und wünscht ihm alles Gute für seine weitere berufliche Tätigkeit. In der Zwischenzeit wird Jean-Claude Dunand, Generalvikar des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg, die Rolle des bischöflichen Beauftragten weiterhin teilweise wahrnehmen, zusammen mit Isabela Costa Mouny, der Stellvertreterin. Eine neue Ernennung wird so bald wie möglich erfolgen, nachdem der Bericht über die Leitung innerhalb der Bistumsregionen vorliegt (siehe weiter unten). Ein Anforderungsprofil und ein Pflichtenheft werden derzeit in Anlehnung an die in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen erstellt.

Kanonische Visitationen
Wie im Januar 2026 angekündigt, wurde zum Ende der ersten Phase der Erneuerung der Bistumsleitung – die insbesondere durch die Ernennung von Laien als bischöfliche Beauftragte an der Seite des Bischofs gekennzeichnet war – eine gemeinsame Rückschau auf die letzten fünf Jahre vorgenommen. Zu diesem Zweck fand in jeder Bistumsregion ein Tag einer kanonischen Visitation statt, die als Zeit der gemeinsamen Reflexion über den aktuellen Führungsstil gedacht war. Der Bericht über diese Besuche wird dem Bischof im Juni vorgelegt. Auf der Grundlage dieser Lagebeurteilung wird die künftige Leitungsstruktur weiter verfeinert. Eine Mitteilung dazu folgt zu gegebener Zeit.

Die diözesane Kommunikationsstelle

 

(PDF-Version der Mitteilung)

11. April 2026: Gebetswache für den Frieden im Petersdom

Wie der Vatikan anschließend an die Generalaudienz bekanntgab, wird die durch den Papst schon am Ostersonntag angekündigte Gebetswache im Petersdom am kommenden 11. April (Samstag) um 18 Uhr beginnen. Radio Vatikan überträgt live und mit Begleitung in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch. Alle Gläubigen, die dies wünschen, können an der Gebetswache unter Vorsitz des Papstes teilnehmen. Weitere Informationen

Nationaler Trauertag

Mitteilung

Nationaler Trauertag

Der Bundesrat hat den 9. Januar 2026 zum nationalen Trauertag erklärt. Anlass ist die Brandkatastrophe von Crans-Montana.

An diesem Tag :

– findet um 18.15 Uhr in der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg eine Diözesanmesse statt, die für alle offen ist.

– sind die Pfarreien und Kultstätten eingeladen, Gebets- und Andachtszeiten anzubieten.

– um 14.00 Uhr werden in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken läuten: zunächst der Stundenschlag, anschliessend ein fünfminütiges Glockengeläut als Zeichen des gemeinsamen Innehaltens und der landesweiten Verbundenheit.

Der Bundesrat und die christlichen Kirchen laden die Bevölkerung ein, diesen Moment dem Gedenken an die Verstorbenen, der Solidarität mit den Verletzten und ihren Angehörigen sowie dem Dank an alle Einsatzkräfte zu widmen, die mit grossem Engagement zur Bewältigung der Krise beitragen. Dazu gehören insbesondere die Rettungsdienste, Fachpersonen aus Medizin, Psychologie und Seelsorge sowie die politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen.

(PDF-Version der Mitteilung)

 

Katastrophe von Crans-Montana: Botschaft des Papstes und Messe

Pressemitteilung der Schweizer Bischofskonferenz
Freiburg i. Ü., 2. Januar 2026

Nach dem tragischen Brand in Crans-Montana in der Nacht zum 1. Januar, bei dem mehr als vierzig Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, bekundet die Schweizer Bischofskonferenz ihre tiefe Verbundenheit mit den Opfern, ihren Familien und allen von diesem Unglück betroffenen Menschen.

Botschaft des Heiligen Vaters

«Nach der Nachricht vom tragischen Brand in Crans-Montana in der Nacht vom 1. Januar, bei dem mehr als vierzig Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, trauert Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. mit den Familien und der gesamten Schweizerischen Eidgenossenschaft. Er möchte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl und seine Anteilnahme bekunden. Er bittet den Herrn, die Verstorbenen in seiner Wohnstätte des Friedens und des Lichts aufzunehmen und den Mut derer zu stärken, die in ihrem Herzen oder an ihrem Körper leiden. Möge die Mutter Gottes in ihrer Zärtlichkeit allen von diesem Drama betroffenen Menschen den Trost des Glaubens schenken und sie in der Hoffnung bewahren.»
Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär Seiner Heiligkeit beim Heiligen Stuhl

Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz

«Auch die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz sind angesichts der Schwere dieser Katastrophe zutiefst erschüttert, für die alle Opfer, für ihre Familien, die noch auf Informationen warten, aber auch für alle Mitarbeiter der Rettungsdienste. Alle unsere Kirchen können Orte der Unterstützung sein und sind in dieser schrecklichen Stunde Orte des Gebets.»
+Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz

Spirituelle Initiativen und Gesten der Solidarität

  • Die eucharistische Anbetung findet den ganzen Tag über am Freitag, 2. Januar, in der Kirche von Montana statt.
  • Am morgigen Samstag wird dort nach der Messe um 18 Uhr der Rosenkranz gebetet.
  • Am Sonntag, 4. Januar, wird Mgr. Jean-Marie Lovey, Bischof der Diözese Sion, die Messe um 10 Uhr in der Kirche von Crans leiten und predigen (konzelebriert von Mgr. Charles Morerod, Präsident der SBK), in Anwesenheit der Verantwortlichen der reformierten Kirche: dem Pfarrer von Montana, dem Präsidenten des Synodalrats Stephan Kronbichler und dem Präsidenten der Schweizerischen Synode Gilles Cavin, die alle drei bereits am Donnerstagabend, dem 1. Januar, anwesend waren.
  • In der Diözese Sion wird heute Abend um 18 Uhr die Glocke als Zeichen der Trauer, der Solidarität und der Andacht läuten. Alle Schweizer Pfarreien sind eingeladen, sich dieser Geste im Rahmen ihrer Möglichkeiten anzuschliessen.

Der Kanton Wallis hat eine offizielle Hotline eingerichtet: 0848 112 117

(Foto: copyright Bistum Chur)

Botschaft auf der Website der Schweizer Bischofskonferenz

Drama in Crans-Montana

Botschaft der SBK und Mitteilung der Diözese Sitten

Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz schliessen sich der Diözese Sitten an und bekunden ihre Verbundenheit nach dem Drama, das sich in der Neujahrsnacht in Crans-Montana ereignet hat.

Die SBK und die Diözese Sitten bekunden allen Opfern, ihren Angehörigen und Familien ihre Anteilnahme und ihr Mitgefühl. Diese Nacht, die eigentlich ein Fest sein sollte, hat sich für Hunderte von Menschen zu einer schrecklichen Katastrophe entwickelt. Unsere Gedanken und Gebete gelten allen Betroffenen.

Die Diözese dankt allen Personen, die sich auf unterschiedliche Weise für die Opfer engagieren, sei es vor Ort oder in den verschiedenen Krankenhäusern: dem Pflegepersonal, der Polizei sowie den zivilen und Justizbehörden.

An diesem Tag, der in der katholischen Kirche traditionell dem Fest „Mariä, Mutter Gottes” und dem weltweiten Gebet für den Frieden gewidmet ist, beten wir dafür, dass die betroffenen Familien begleitet und unterstützt werden. Möge das Licht der Solidarität den dichten schwarzen Rauch dieses Dramas vertreiben. Wir vertrauen alle Opfer und ihre Angehörigen der Fürsorge der Jungfrau Maria an.

Sitten,1. Januar 2026/ Mgr. Jean-Marie Lovey

Botschaft auf der Website der Schweizer Bischofskonferenz

Schönes und heiliges Weihnachtsfest

Le Fils de Dieu est né. Incarné.

Der Sohn Gottes ist geboren. Mensch geworden.

En prenant notre tunique de peau le Fils de l’Homme sauve le plus profondément la peau de l’humanité, et aussi maintenant : prier même pour les ennemis est l’antidote à la guerre ! Belle et sainte fête de Noël !

Indem er mit Haut und Haar Mensch geworden ist, rettet der Menschensohn auch heute noch die Haut der Menschheit. Denn: Auch und gerade für die Feinde zu beten ist das Mittel gegen den Krieg! Frohe und gesegnete Weihnachten!

 

+Charles Morerod

COP30, Belém (Brésil)

COP30: Die christliche Gemeinschaft als  Hoffnungsbotin der Schöpfung

Die kürzlich zu Ende gegangene COP30-Konferenz in Belém (Brasilien) lieferte Ergebnisse, die von vielen Beobachter/innen und institutionellen Akteur/innen als enttäuschend empfunden wurden. Den Staats- und Regierungschefs gelang es nicht, konkrete Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einzugehen. Es wurde auch kein verbindlicher Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verabschiedet. Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte sprach sogar von „mageren Ergebnissen” und einer „fatalen Trägheit”, die eines Tages als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden könnte.

Ein Keim der Hoffnung bleibt aber:  Die christliche Gemeinschaft setzt sich weiterhin stark für die Schöpfung ein. Mit acht Kardinälen, 47 Bischöfen und 97 Verantwortlichen katholischer kirchlicher Organisationen war die christliche Gemeinschaft zahlreich an dieser Weltklimakonferenz vertreten. Inspiriert und genährt durch die Lehre und das Wirken von Papst Leo XIV. und seinem Vorgänger Franziskus prägten sie dieses Treffen mit neuartigen Initiativen, darunter die erstmalige Feier einer Liturgie zum Thema „Sorge für die Schöpfung”, in der die Gläubigen zu einer «ökologischen Bekehrung» aufgefordert wurden. Die «Sorge für die Schöpfung» wird als spirituelle Pflicht im Zentrum des christlichen Glaubens verstanden.

Papst Leo XIV. erinnerte nachdrücklich an die Notwendigkeit eines politischen und kollektiven Engagements. Er forderte jeden auf, seine Verantwortung für den Schutz der Erde wahrzunehmen, und bekräftigte, dass „die Schöpfung das Antlitz Jesu Christi widerspiegelt”.

Im Gegensatz zu den Versäumnissen der COP30 und der ausbleibenden Reaktion auf die Dringlichkeit der Klimakrise betont die prophetische Botschaft von Papst Leo XIV., dass die Kirche und die Christ/innen eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer gerechten und nachhaltigen Zukunft spielen müssen.

Angesichts der internationalen Untätigkeit bekräftigen Christinnen und Christen, dass der tätige Glaube ein wesentlicher Antrieb für echte ökologische Veränderungen ist. Diese Veränderungen gehen aus unserem konkreten Engagement als Christ/innen hervor, um auf den Schrei der Armen und der Erde zu reagieren.

Konkrete Handlungsansätze des Bischofsrats für Ökologie finden Sie auf der Website Bischofsrat Ökologie. Die verschiedenen Mitglieder des Rates stehen Ihnen für Fragen oder als Unterstützung gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie ebenfalls auf der Website.

Lausanne, 01.12.2025

(PDF-Version der Pressemitteilung)

Foto: COP30, Belém (Brasilien) © Fastenopfer

Zwei neue bischöfliche Beauftragte im Bistum

Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, ernennt Aurelia Dénervaud-Pellizzari zur bischöflichen Beauftragten für die französischsprachige Bistumsregion Freiburg. Sie tritt die Nachfolge von Céline Ruffieux-Morel an, die seit Juni als Fachberaterin für Prävention und Intervention tätig ist. Der Bischof ernennt ausserdem Roberto de Col zum bischöflichen Beauftragten für Ökologie als Nachfolger von Dorothée Thévenaz Gygax. Die beiden neuen Beauftragten werden im Rahmen einer „Einsetzungsfeier” am Donnerstag, den 18. September, um 11.15 Uhr in der Christ-Königskirche in Freiburg in ihr Amt eingeführt.

Französischsprachige Bistumsregion Freiburg

Aurelia Dénervaud-Pellizzari vertritt ab heute und für eine Amtszeit von fünf Jahren den Bischof in der französischsprachigen Bistumsregion Freiburg. Seit Dezember 2023 ist sie die Stellvertreterin der bisherigen bischöflichen Beauftragten und hat seit Oktober 2024 in deren Abwesenheit die Aufgaben wahrgenommen. Sie verfügt über grosse Fachkompetenz und praktische Kenntnisse des mit dieser Stelle verbundenen Bereichs. In ihrer Funktion als bischöfliche Beauftragte wird sie in enger Zusammenarbeit mit dem Bischof und der bischöflichen Beauftragten für die deutschsprachige Bistumsregion Freiburg die pastoralen Optionen des Bistums umsetzen und die Personal- und Pastoralkoordination in der Bistumsregion fortsetzen. Ab dem 1. Dezember 2025 wird Philippe Becquart als Stellvertreter der bischöflichen Beauftragten zum Leitungsteam stossen. Der Theologe, derzeit Leiter des Seelsorgeteams und Koordinator des Espace Maurice Zundel in Lausanne, wird so die Erfahrungen einbringen können, die er in den letzten drei Jahren in derselben Position für die Bistumsregion Waadt gesammelt hat.

Ökologie

In diesem Monat, der in den christlichen Kirchen der Schöpfung und ihrem Schutz gewidmet ist, ernennt Bischof Morerod Roberto De Col, derzeit Mitglied des Bischofsrats Ökologie, zu seinem Beauftragten in Fragen und Massnahmen im Zusammenhang mit der ganzheitlichen Ökologie. Dorothée Thévenaz Gygax gibt diese Aufgabe, welche sie seit 2021 wahrgenommen hat, ab, um sich stärker ihren neuen Aufgaben bei der Fastenaktion zu widmen, bleibt jedoch Mitglied des Bischofsrats Ökologie. Während ihrer Amtszeit und im Sinne von Laudato Si‘ haben sie und ihr Team verschiedene Arbeiten durchgeführt, die darauf abzielen, das Bistum beim ökologischen Wandel zu unterstützen. So haben sie u. A. einen Aktionsplan in fünf Bereichen erarbeitet, über den in Kürze kommuniziert werden wird.

Am Donnerstag, den 18. September 2025, findet um 11.15 Uhr in der Christ-Königskirche (Freiburg) eine Feier statt, zu der alle herzlich eingeladen sind, um die neuen bischöflichen Beauftragten zu begrüssen und die bisherigen dankend zu verabschieden.

Die verschiedenen bischöflichen Beauftragten finden Sie auf der Website des Bistums.

 

Einige Worte zu Aurelia Dénervaud-Pellizzari

Aurelia Dénervaud-Pellizzari, geboren 1993 und frisch verheiratet, arbeitet seit 2021 im Dienst der Kirche im Bistum, sowohl im Ordinariat als auch in der französischsprachigen Bistumsregion Freiburg. Seit Dezember 2023 ist sie Stellvertreterin der bisherigen bischöflichen Beauftragten. Sie hat einen Master-Abschluss der Universität Neuenburg in Museumswissenschaften mit Schwerpunkt christliche Kunst und stellte ihre Kompetenzen in den Dienst von Kommissionen für sakrale Kunst (Kommission für sakrale Kunst der französischsprachigen Bistumsregion Freiburg und Bischofsrat Sakrale Kunst) und engagierte sich in der Provenienzforschung. Im Anschluss an ihren Master-Abschluss beschäftigte sie sich im Liturgie-Institut der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg mit den Sanctoralen (Bücher, die Gebete für bestimmte Festtage enthalten) und Brevieren (Bücher, die alle zu bestimmten Tageszeiten zu verrichtende Gebete enthalten) der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg und vertiefte so ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet. Mit ihrer Mehrsprachigkeit (Französisch, Deutsch, Italienisch) verbindet sie akademische Expertise mit pastoralem Engagement. Sie freut sich darauf, diese neue Verantwortung im Dienst des kirchlichen Lebens zu übernehmen. (Foto: João Carita)

Einige Worte zu Roberto de Col

Roberto De Col, geboren 1981, verheiratet und Vater von drei Kindern, lebt in Mont-sur-Lausanne. Als pastoraler Laienmitarbeitender engagiert er sich seit fast zwanzig Jahren in der Kirche. Seine Laufbahn begann mit einem starken Engagement in der Jugendarbeit, zunächst als Jugendleiter, dann als Seelsorgender an einer Berufsschule und schliesslich als Leiter der Abteilung „15-25 Jahre (PASAJ)” der katholischen Kirche im Kanton Waadt. Seit drei Jahren ist er Leiter der Abteilung Solidarität. Dort koordiniert er ein Team von mehr als dreissig Seelsorgenden, die in den Bereichen Migration, Gefängnisse, untergebrachte Minderjährige, Strassenseelsorge, Landwirtschaft sowie ökologische und soziale Gerechtigkeit tätig sind. Er ist auch Mitglied des Notfallteams (ESU), das im Auftrag der Polizei tätig wird, um traumatisierte Menschen zu begleiten. Roberto hat eine kan. Lizenz in Theologie der Universität Strassburg, einen Master-Abschluss in Sozialwissenschaften der Universität Lausanne und einen CAS in „Grosse Herausforderungen und Leadership” der Ingenieursschule von Yverdon. Er ist Mitglied des Bischofsrats Ökologie seit dessen Gründung und engagiert sich mit ganzem Herzen in seiner neuen Funktion als bischöflichen Beauftragten für Ökologie. (Foto: Bernard Hallet / cath.ch)


Einige Worte zu Philippe Becquart

Philippe Becquart ist verheiratet und Vater von drei Kindern, Jurist und Absolvent des Institut d’Études politiques de Paris. 2003 erwarb er seine kan. Lizenz in Theologie an der Universität Freiburg. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Fakultät und unterrichtete anschliessend zehn Jahre lang Philosophie, Ethik und Religionswissenschaft an Freiburger Gymnasien. Er leitete von 2016 bis 2022 die Abteilung für Erwachsenenbildung der katholischen Kirche im Kanton Waadt (Ausbildung, spirituelles Leben, Familien- und Paarpastoral). Im Sommer 2022 wurde er von Bischof Morerod zum Stellvertreter bischöflichen Beauftragten für Bistumsregion Waadt ernannt mit der Aufgabe, die Abteilungen für Gesundheit, Jugend und Solidarität sowie die Ausbildungsprojekte zu begleiten. Er vertrat die Kirche an mehreren institutionellen Orten mit starken ökumenischen und interreligiösen Herausforderungen. Als Mitglied der Schweizerischen Synodalitätskommission seit Sommer 2024 hat Ph. Becquart die pastorale Umgestaltung der christlichen Gemeinschaften zur wichtigsten Herausforderung seiner Tätigkeit gemacht. Seit Februar 2025 ist er Koordinator der pastoralen Aktivitäten des Espace Maurice Zundel in Lausanne.


(PDF-Version der Mitteilung)

Verstärktes Präventionsteam

Im Rahmen der vorrangigen Aufgabe der Prävention ernennt Bischof Charles Morerod, Diözesanbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Céline Ruffieux, die aktuelle bischöfliche Beauftragte für den französischsprachigen Teil des Kanton Freiburg, per 1. Juni 2025 zur „Fachberaterin für Prävention und Intervention“. Die Psychologin wird damit dem diözesanen Präventionsteam beitreten und ihre seit 2021 ausgeübte Funktion als bischöfliche Beauftragte niederlegen.

Nach einer krankheitsbedingten Auszeit von Oktober 2024 bis Mai 2025, die sie zur Bewältigung der Folgen eines Autounfalls benötigte, nimmt C. Ruffieux im Juni 2025 eine neue, besondere Aufgabe an. Als Mitglied des Bischofsrats für Prävention wird sie neben anderen Mitgliedern wie Lia Lopez und Rita Menoud verschiedene Aufgaben im Bereich der Weiterbildung, Bewertung und Begleitung übernehmen, eine Funktion, die sie zu 100% ausüben wird. Sie wird direkt Bischof Morerod und Mari Carmen Avila, der Beauftragten des Bischofs für die Prävention, unterstellt sein und eng mit den beiden Freiburger Bistumsregionen zusammenarbeiten.

Bischof Morerod freut sich, dass C. Ruffieux dieser Anpassung zugestimmt hat, und bekräftigt sein volles Vertrauen in sie.

Was die Aufgabe der bischöflichen Beauftragten für den französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg betrifft, so wird Aurelia Pellizzari, Stellvertreterin, diese Funktion bis zum Ende des Pastoraljahres weiterhin wahrnehmen. Eine neue Ernennung wird zu Beginn des neuen Pastoraljahres erfolgen.


Prävention hat oberste Priorität, und die Herausforderungen sind gross. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass Situationen, die nicht ausreichend begleitet und eingeordnet wurden, täglich Auswirkungen auf das gesamte Bistum haben und die Arbeit der bischöflichen Beauftragten erschweren. Diese Erkenntnis macht es erforderlich, vorhandene Ressourcen zu erschliessen. Die Kompetenzen von C. Ruffieux, die in ihrer bisherigen Arbeit anerkannt wurden, sind notwendig. Sie wird somit im Vorfeld Fragen der Begleitung von Personen, Kriseninterventionen und Mediationen übernehmen.

Für den Kanton Waadt gibt es bereits eine ähnliche Stelle, die durch Blandine Charles, Psychologin und ebenfalls Mitglied des Bischofsrats Prävention, besetzt ist.


Die diözesane Kommunikationsstelle

(PDF-Version der Mitteilung)