Im Gebet mit den Opfern der Tragödie in Kerzers
Die Diözese von Lausanne, Genf und Freiburg und die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg haben mit grosser Trauer von der Tragödie erfahren, die sich gestern Abend in Kerzers ereignet hat, und möchten ihre tiefe Solidarität zum Ausdruck bringen.
Ihre innigsten Gebete gelten den Familien, die von dieser Katastrophe schwer getroffen wurden. Ihre Fürbitte gilt auch all jenen, die berufen sind, den Verletzten, Verzweifelten und Schockierten beizustehen. Möge gegenseitige Hilfe und ein offenes Ohr inmitten dieses Dramas Halt und Kraft geben.
Heute Abend um 19:00 Uhr findet in der Kirche von Reformierten Kerzers (Kirchgässli 1) eine ökumenische Gebets- und Andachtsfeier statt.
In Gedanken und Gebeten.
Mgr. Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg
Pfr. Pierre-Philippe Blaser, Präsident des Synodalrats der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg
Kontaktpersonen:
Katholische Kirche des Kantons Freiburg:
Isabella Senghor, isabella.senghor@kath-fr.ch, 026 426 34 15
Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Freiburg:
Benjamin Stupan, benjamin.stupan@ref-fr.ch, 079 945 59 19
Wort des Bischofs
Lassen wir uns überraschen und vielleicht neu orientieren.
Die Begegnung mit zahlreichen Katechumenen, deren sehr unterschiedliche Lebenswege auf das Wirken Gottes hinweisen, dem wir mehr oder weniger erfolgreich zu folgen oder uns anzunähern versuchen, ist ein grosser Grund zur Freude. Ich bin beeindruckt von dem, was wir tun, um darauf zu reagieren: Das ist ein weiterer Grund zur Freude.
Das Drama von Crans hatte auf uns als Kirche eine Wirkung, deren Ausmass ich nicht abgeschätzt hatte. Es hat sich gezeigt, dass man sich auf der Suche nach Trost und Sinn an uns wendet. Diese Erwartung hat eine Dimension, die über unseren Blickwinkel hinausgeht: Die Politik hat uns diese Erwartung deutlich gemacht (wir haben es ein wenig gesehen, aber ich kann bezeugen, dass dies auch auf diskretere Weise der Fall ist). Ich sehe, dass diese Erwartung auch in den Bildungseinrichtungen zum Ausdruck kommt, zu einem Zeitpunkt, da sich die Jugendlichen direkt betroffen fühlen (gerade sie leiden am stärksten unter der Last der Ungewissheit über die Zukunft). Dies ist besonders, aber nicht nur, im Kanton Waadt zu spüren, aus dem fast drei Viertel der verstorbenen Schweizer Opfer stammen. Ich war bewegt von den berührenden Rückmeldungen zu einigen Beerdigungen.
Kürzlich konnte ich dem Bischofsrat Gesundheitswesen erneut sagen, wie sehr ihr Dienst über unsere Mauern hinaus, an den allgemeinen existenziellen Grenzen, ein vorrangiges Beispiel dafür ist, wofür die Kirche da ist. Dies steht in direktem Zusammenhang mit den Rückmeldungen der Schulleitungen. In beiden Fällen werden wir ausserhalb unserer Mauern erwartet.
Dieser Blick, der auf uns gerichtet ist, beinhaltet eine doppelte Frage: Brauchen wir sie, können sie uns antworten, oder müssen wir woanders suchen? Wenn wir solche Gelegenheiten verpassen, suggerieren wir öffentlich, dass wir nutzlos sind.
Die Osterkerze erleuchtet nicht nur ihren liturgischen Platz: Ihr Licht erhellt wirklich dunkle oder ungewisse Orte.
+ Charles Morerod OP
Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs: Implementierung der psychologischen Assessments
Im Verlauf von 2025 hat die römisch-katholische Kirche die Einführung wissenschaftlich abgestützter Assessments für angehende Seelsorgende gestartet. In einer Pilotphase wurden in sämtlichen Bistümern insgesamt 72 solcher Eignungsabklärungen durchgeführt. Diese wurden von Prof. Jérôme Endrass, Leiter Forschung & Entwicklung beim Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, und seinem Team konzipiert. Sämtliche Abklärungen und Gespräche werden von ausgewiesenen externen Fachpersonen durchgeführt. In Einzelfällen haben sich die diözesanen Verantwortlichen, entsprechend den Empfehlungen der Experten, gegen eine weitere Zusammenarbeit mit evaluierten Personen entschieden.
Weiterlesen: Pressemitteilung vom 03.02.2026
Nationaler Trauertag
Mitteilung
Nationaler Trauertag
Der Bundesrat hat den 9. Januar 2026 zum nationalen Trauertag erklärt. Anlass ist die Brandkatastrophe von Crans-Montana.
An diesem Tag :
– findet um 18.15 Uhr in der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg eine Diözesanmesse statt, die für alle offen ist.
– sind die Pfarreien und Kultstätten eingeladen, Gebets- und Andachtszeiten anzubieten.
– um 14.00 Uhr werden in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken läuten: zunächst der Stundenschlag, anschliessend ein fünfminütiges Glockengeläut als Zeichen des gemeinsamen Innehaltens und der landesweiten Verbundenheit.
Der Bundesrat und die christlichen Kirchen laden die Bevölkerung ein, diesen Moment dem Gedenken an die Verstorbenen, der Solidarität mit den Verletzten und ihren Angehörigen sowie dem Dank an alle Einsatzkräfte zu widmen, die mit grossem Engagement zur Bewältigung der Krise beitragen. Dazu gehören insbesondere die Rettungsdienste, Fachpersonen aus Medizin, Psychologie und Seelsorge sowie die politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen.
Katastrophe von Crans-Montana: Botschaft des Papstes und Messe
Pressemitteilung der Schweizer Bischofskonferenz
Freiburg i. Ü., 2. Januar 2026
Nach dem tragischen Brand in Crans-Montana in der Nacht zum 1. Januar, bei dem mehr als vierzig Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, bekundet die Schweizer Bischofskonferenz ihre tiefe Verbundenheit mit den Opfern, ihren Familien und allen von diesem Unglück betroffenen Menschen.
Botschaft des Heiligen Vaters
«Nach der Nachricht vom tragischen Brand in Crans-Montana in der Nacht vom 1. Januar, bei dem mehr als vierzig Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, trauert Seine Heiligkeit Papst Leo XIV. mit den Familien und der gesamten Schweizerischen Eidgenossenschaft. Er möchte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl und seine Anteilnahme bekunden. Er bittet den Herrn, die Verstorbenen in seiner Wohnstätte des Friedens und des Lichts aufzunehmen und den Mut derer zu stärken, die in ihrem Herzen oder an ihrem Körper leiden. Möge die Mutter Gottes in ihrer Zärtlichkeit allen von diesem Drama betroffenen Menschen den Trost des Glaubens schenken und sie in der Hoffnung bewahren.»
Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär Seiner Heiligkeit beim Heiligen Stuhl
Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz
«Auch die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz sind angesichts der Schwere dieser Katastrophe zutiefst erschüttert, für die alle Opfer, für ihre Familien, die noch auf Informationen warten, aber auch für alle Mitarbeiter der Rettungsdienste. Alle unsere Kirchen können Orte der Unterstützung sein und sind in dieser schrecklichen Stunde Orte des Gebets.»
+Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz
Spirituelle Initiativen und Gesten der Solidarität
- Die eucharistische Anbetung findet den ganzen Tag über am Freitag, 2. Januar, in der Kirche von Montana statt.
- Am morgigen Samstag wird dort nach der Messe um 18 Uhr der Rosenkranz gebetet.
- Am Sonntag, 4. Januar, wird Mgr. Jean-Marie Lovey, Bischof der Diözese Sion, die Messe um 10 Uhr in der Kirche von Crans leiten und predigen (konzelebriert von Mgr. Charles Morerod, Präsident der SBK), in Anwesenheit der Verantwortlichen der reformierten Kirche: dem Pfarrer von Montana, dem Präsidenten des Synodalrats Stephan Kronbichler und dem Präsidenten der Schweizerischen Synode Gilles Cavin, die alle drei bereits am Donnerstagabend, dem 1. Januar, anwesend waren.
- In der Diözese Sion wird heute Abend um 18 Uhr die Glocke als Zeichen der Trauer, der Solidarität und der Andacht läuten. Alle Schweizer Pfarreien sind eingeladen, sich dieser Geste im Rahmen ihrer Möglichkeiten anzuschliessen.
Der Kanton Wallis hat eine offizielle Hotline eingerichtet: 0848 112 117
(Foto: copyright Bistum Chur)
Drama in Crans-Montana
Botschaft der SBK und Mitteilung der Diözese Sitten
Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz schliessen sich der Diözese Sitten an und bekunden ihre Verbundenheit nach dem Drama, das sich in der Neujahrsnacht in Crans-Montana ereignet hat.
Die SBK und die Diözese Sitten bekunden allen Opfern, ihren Angehörigen und Familien ihre Anteilnahme und ihr Mitgefühl. Diese Nacht, die eigentlich ein Fest sein sollte, hat sich für Hunderte von Menschen zu einer schrecklichen Katastrophe entwickelt. Unsere Gedanken und Gebete gelten allen Betroffenen.
Die Diözese dankt allen Personen, die sich auf unterschiedliche Weise für die Opfer engagieren, sei es vor Ort oder in den verschiedenen Krankenhäusern: dem Pflegepersonal, der Polizei sowie den zivilen und Justizbehörden.
An diesem Tag, der in der katholischen Kirche traditionell dem Fest „Mariä, Mutter Gottes” und dem weltweiten Gebet für den Frieden gewidmet ist, beten wir dafür, dass die betroffenen Familien begleitet und unterstützt werden. Möge das Licht der Solidarität den dichten schwarzen Rauch dieses Dramas vertreiben. Wir vertrauen alle Opfer und ihre Angehörigen der Fürsorge der Jungfrau Maria an.
Sitten,1. Januar 2026/ Mgr. Jean-Marie Lovey
Schönes und heiliges Weihnachtsfest
Le Fils de Dieu est né. Incarné.
Der Sohn Gottes ist geboren. Mensch geworden.
En prenant notre tunique de peau le Fils de l’Homme sauve le plus profondément la peau de l’humanité, et aussi maintenant : prier même pour les ennemis est l’antidote à la guerre ! Belle et sainte fête de Noël !
Indem er mit Haut und Haar Mensch geworden ist, rettet der Menschensohn auch heute noch die Haut der Menschheit. Denn: Auch und gerade für die Feinde zu beten ist das Mittel gegen den Krieg! Frohe und gesegnete Weihnachten!
+Charles Morerod
Abschluss des Heiligen Jahres 2025
Unser Bischof Charles Morerod wird am Sonntag, 28. Dezember 2025, um 10.15 Uhr in der Kathedrale St. Nikolaus in Freiburg den Abschluss des Heiligen Jahres 2025 feiern.
Kommen Sie zahlreich! Der Gottesdienst wird zweisprachig sein.
COP30: Die christliche Gemeinschaft als Hoffnungsbotin der Schöpfung
Die kürzlich zu Ende gegangene COP30-Konferenz in Belém (Brasilien) lieferte Ergebnisse, die von vielen Beobachter/innen und institutionellen Akteur/innen als enttäuschend empfunden wurden. Den Staats- und Regierungschefs gelang es nicht, konkrete Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einzugehen. Es wurde auch kein verbindlicher Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verabschiedet. Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte sprach sogar von „mageren Ergebnissen” und einer „fatalen Trägheit”, die eines Tages als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden könnte.
Ein Keim der Hoffnung bleibt aber: Die christliche Gemeinschaft setzt sich weiterhin stark für die Schöpfung ein. Mit acht Kardinälen, 47 Bischöfen und 97 Verantwortlichen katholischer kirchlicher Organisationen war die christliche Gemeinschaft zahlreich an dieser Weltklimakonferenz vertreten. Inspiriert und genährt durch die Lehre und das Wirken von Papst Leo XIV. und seinem Vorgänger Franziskus prägten sie dieses Treffen mit neuartigen Initiativen, darunter die erstmalige Feier einer Liturgie zum Thema „Sorge für die Schöpfung”, in der die Gläubigen zu einer «ökologischen Bekehrung» aufgefordert wurden. Die «Sorge für die Schöpfung» wird als spirituelle Pflicht im Zentrum des christlichen Glaubens verstanden.
Papst Leo XIV. erinnerte nachdrücklich an die Notwendigkeit eines politischen und kollektiven Engagements. Er forderte jeden auf, seine Verantwortung für den Schutz der Erde wahrzunehmen, und bekräftigte, dass „die Schöpfung das Antlitz Jesu Christi widerspiegelt”.
Im Gegensatz zu den Versäumnissen der COP30 und der ausbleibenden Reaktion auf die Dringlichkeit der Klimakrise betont die prophetische Botschaft von Papst Leo XIV., dass die Kirche und die Christ/innen eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer gerechten und nachhaltigen Zukunft spielen müssen.
Angesichts der internationalen Untätigkeit bekräftigen Christinnen und Christen, dass der tätige Glaube ein wesentlicher Antrieb für echte ökologische Veränderungen ist. Diese Veränderungen gehen aus unserem konkreten Engagement als Christ/innen hervor, um auf den Schrei der Armen und der Erde zu reagieren.
Konkrete Handlungsansätze des Bischofsrats für Ökologie finden Sie auf der Website Bischofsrat Ökologie. Die verschiedenen Mitglieder des Rates stehen Ihnen für Fragen oder als Unterstützung gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie ebenfalls auf der Website.
Lausanne, 01.12.2025
(PDF-Version der Pressemitteilung)
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Foto: COP30, Belém (Brasilien) © Fastenopfer