Lassen wir uns überraschen und vielleicht neu orientieren.
Die Begegnung mit zahlreichen Katechumenen, deren sehr unterschiedliche Lebenswege auf das Wirken Gottes hinweisen, dem wir mehr oder weniger erfolgreich zu folgen oder uns anzunähern versuchen, ist ein grosser Grund zur Freude. Ich bin beeindruckt von dem, was wir tun, um darauf zu reagieren: Das ist ein weiterer Grund zur Freude.
Das Drama von Crans hatte auf uns als Kirche eine Wirkung, deren Ausmass ich nicht abgeschätzt hatte. Es hat sich gezeigt, dass man sich auf der Suche nach Trost und Sinn an uns wendet. Diese Erwartung hat eine Dimension, die über unseren Blickwinkel hinausgeht: Die Politik hat uns diese Erwartung deutlich gemacht (wir haben es ein wenig gesehen, aber ich kann bezeugen, dass dies auch auf diskretere Weise der Fall ist). Ich sehe, dass diese Erwartung auch in den Bildungseinrichtungen zum Ausdruck kommt, zu einem Zeitpunkt, da sich die Jugendlichen direkt betroffen fühlen (gerade sie leiden am stärksten unter der Last der Ungewissheit über die Zukunft). Dies ist besonders, aber nicht nur, im Kanton Waadt zu spüren, aus dem fast drei Viertel der verstorbenen Schweizer Opfer stammen. Ich war bewegt von den berührenden Rückmeldungen zu einigen Beerdigungen.
Kürzlich konnte ich dem Bischofsrat Gesundheitswesen erneut sagen, wie sehr ihr Dienst über unsere Mauern hinaus, an den allgemeinen existenziellen Grenzen, ein vorrangiges Beispiel dafür ist, wofür die Kirche da ist. Dies steht in direktem Zusammenhang mit den Rückmeldungen der Schulleitungen. In beiden Fällen werden wir ausserhalb unserer Mauern erwartet.
Dieser Blick, der auf uns gerichtet ist, beinhaltet eine doppelte Frage: Brauchen wir sie, können sie uns antworten, oder müssen wir woanders suchen? Wenn wir solche Gelegenheiten verpassen, suggerieren wir öffentlich, dass wir nutzlos sind.
Die Osterkerze erleuchtet nicht nur ihren liturgischen Platz: Ihr Licht erhellt wirklich dunkle oder ungewisse Orte.
+ Charles Morerod OP