{"id":9487,"date":"2020-12-15T10:17:00","date_gmt":"2020-12-15T09:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/diocese-lgf.emblematik.dev\/details-nach-der-veroeffentlichung-von-artikeln\/"},"modified":"2020-12-16T10:21:32","modified_gmt":"2020-12-16T09:21:32","slug":"details-nach-der-veroeffentlichung-von-artikeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/details-nach-der-veroeffentlichung-von-artikeln\/","title":{"rendered":"Details nach der Ver\u00f6ffentlichung von Artikeln"},"content":{"rendered":"<div class=\"pf-content\">\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"9487\" class=\"elementor elementor-9487 elementor-9375\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-048ef46 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"048ef46\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-411e014\" data-id=\"411e014\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-32a046e elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"32a046e\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><strong><em>Mitteilung an unsere pastoralen Mitarbeiter<\/em><\/strong><\/p><p>Nach der Ver\u00f6ffentlichung eines Artikels in der <em>Neuen Z\u00fcrcher Zeitung<\/em><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> vom 13.12.2020, in dem die Journalistin klar differenzierte zwischen meinen eigenen Aussagen und denen, die aus anderen Quellen stammten (die ich nicht kennen muss), stelle ich fest, dass in der Fortsetzung<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> alles vermischt und so dargestellt wird, als ob diese Aussagen alle von mir stammen w\u00fcrden. Die unterschiedlichen Reaktionen, die ich gestern erhalten habe, veranlassen mich nun einiges klarzustellen, und zwar mit der Tatsache, dass es keinesfalls meine Absicht ist, die H\u00e4lfte der Priester wegzuschicken, sondern progressiv ihre Anzahl an die pastorale Wirklichkeit anzupassen.<\/p><p>Ausgangspunkt der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten \u00dcberlegungen, die \u00fcbrigens gar nicht neu sind (sie sind seit meiner Ankunft vor 9 Jahren Gegenstand von Diskussionen im Bischofsrat), sind die Auswirkungen der totalen territorialen Abdeckung in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts auf das Leben der christlichen Gemeinschaften, und dadurch auch auf die Priester (viele Kirchen wurden in dieser Zeit gebaut und viele Pfarreien gegr\u00fcndet). Heute f\u00fchrt dies bereits viele Gl\u00e4ubige, insbesondere junge Menschen (aber nicht nur) dazu, sich in erster Linie oder sogar fast ausschliesslich an zentralere Orte zu begeben, um die Unterst\u00fctzung einer lebendigen Gemeinschaft zu sp\u00fcren; ich stelle diese bereits bestehende Situation fest, die sich der Situation der Urkirche n\u00e4hert, als man sich zur Eucharistie aus den umliegenden St\u00e4dten und D\u00f6rfern versammelte. Einerseits gibt es diese spontane Bewegung, n\u00e4mlich die Versammlung \u00ab\u00a0freier\u00a0\u00bb Gl\u00e4ubiger, andererseits die Zerm\u00fcrbung der Priester, die einem Dutzend Kirchg\u00e4ngern gegen\u00fcber stehen, die den Gottesdienst stumm von den hintersten R\u00e4ngen aus verfolgen. Ein franz\u00f6sischer Bischof erz\u00e4hlte mir von seiner eigenen Erfahrung der 1960er und 1970er Jahre, dass die meisten Priester, die das Priestertum aufgegeben haben, durch den Kontrast zwischen der Begeisterung, ihr ganzes Leben ihrer Berufung zu widmen, und der offenbaren Gleichg\u00fcltigkeit ausgelaugt wurden. Nat\u00fcrlich weiss ich auch aus eigener Erfahrung, dass die Feier der Eucharistie, selbst in einer kleinen Gemeinschaft, dank der Gegenwart Christi einen Tag erf\u00fcllt. Mir ist ebenfalls bewusst, dass der Glaube einiger schweigender Menschen im hinteren Teil der Kirche einen verborgenen Schatz darstellt, und dass wir diese Menschen nicht aufgeben d\u00fcrfen, als ob ihre stille Pr\u00e4senz ein Problem w\u00e4re.<\/p><p>Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es ein Paradox: Da sich nur wenige Menschen gleichzeitig versammeln d\u00fcrfen, habe ich vorgeschlagen, die Anzahl der Feiern zu multiplizieren, und ich danke all jenen, die dies tun, f\u00fcr ihr Glaubenszeugnis und ihre pastorale Sorge. Gleichzeitig kann uns diese Situation aufzeigen, wie die Zukunft aussehen k\u00f6nnte, wobei wir wissen, dass sich der Heilige Geist nicht an Statistiken ausrichtet.<\/p><p>In unserer Di\u00f6zese gibt es seit einigen Jahren (wie auch in anderen L\u00e4ndern) eine \u00abZelle\u00bb f\u00fcr den Empfang von \u00abausw\u00e4rtigen\u00bb Priestern (oder pastoralen Mitarbeitern, was aber seltener der Fall ist), welche zum Ziel hat, diesen Priestern einen Einblick in die lokalen Besonderheiten zu geben. Einmal im Jahr treffe ich mich mit ihnen, und wiederhole unter anderem folgendes: Da Ihre bisherigen Erfahrungen oft ganz anders sind, sollten Sie sich bewusst sein, dass die Schweizer Mentalit\u00e4t sehr egalit\u00e4r ist (Gl\u00e4ubige als gehorsame Herde zu betrachten k\u00f6nnte gewisse allergische Reaktionen hervorrufen), und dass die Beziehungen zu den reformierten Kirchen freundschaftlicher Art sind. Ziel dieser Zelle (dieser Begriff hat nichts mit Gef\u00e4ngnis zu tun) ist es, diesen Priestern in ihrem Auftrag zur Seite zu stehen, auch indem wir unsere eigenen Fehler durch ihre Aufnahme bei uns korrigieren.<\/p><p>\u00dcber 60% der Katholiken in unserer Di\u00f6zese sind ausl\u00e4ndischen Ursprungs, und ich danke ihnen immer wieder f\u00fcr ihre Anwesenheit. Sie sind oft gl\u00fccklich, einen Priester aus ihrem Herkunftsland anzutreffen, und dies nicht nur in den \u00abSprachmissionen\u00bb; einige heben auch hervor, dass sie hier in unerwarteter Weise als Laien respektiert werden. Und Schweizer freuen sich nat\u00fcrlich auch oft \u00fcber die Lebensfreude ausl\u00e4ndischer Priester. Diese Freude teile ich mit ihnen.<\/p><p>Es ist so, dass gewisse Fragen gestellt werden m\u00fcssen: Die Art und Weise, wie unsere Gegend vor 60 Jahren abgedeckt wurde, um \u00fcberall Gottesdienste oder andere Andachten zu feiern, muss dies buchst\u00e4blich in Stein gemeisselt bleiben? Kirchen, die nur wenige Gehminuten voneinander entfernt sind (in der Stadt &#8230;) f\u00fchren zu einer Zersplitterung in kleinste Gemeinschaften, und die dort stattfindenden Feiern, insbesondere sonntags, manifestieren nicht mehr die Versammlung der ganzen Gemeinschaft, deren Zentrum die Gegenwart Christi in der Eucharistie ist. Welchen Dienst leisten wir den Kirchen, deren Priester wir hierher holen (der Vatikan warnt uns st\u00e4ndig davor)? Wie f\u00f6rdern wir Berufungen in der Schweiz (durch das Gebet in den Ordensgemeinschaften, durch das Wecken von Berufungen), wenn wir uns gleichzeitig sagen, dass es ja immer noch die M\u00f6glichkeit gibt, Priester aus dem Ausland zu holen?<\/p><p>Vertrauensvoll sage ich euch, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen diesen Ueberlegungen und den Umst\u00e4nden meiner eigenen Berufung, die mich st\u00f6rte und auf die eigentlich gar nicht h\u00f6ren wollte, obwohl ich diese Berufung schliesslich nie bereut habe.\u00a0 \u00a0Gegen Ende meiner Jugendzeit fragte ich mich, wer hier und jetzt die Zukunft unserer Kirche sichern w\u00fcrde. Wie h\u00e4tte ich mich damals wohl entschieden, wenn ich das Gef\u00fchl gehabt h\u00e4tte, dass dieses nicht ganz selbstverst\u00e4ndliche Geschenk meines Lebens nicht von Nutzen sein w\u00fcrde, da es ja anderswo gen\u00fcgend Reserven an Priestern gibt?<\/p><p>+ Charles Morerod op<\/p><p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/nzzas.nzz.ch\/schweiz\/bischof-will-priester-loswerden-ld.1591824\">https:\/\/nzzas.nzz.ch\/schweiz\/bischof-will-priester-loswerden-ld.1591824<\/a><\/p><p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/www.kath.ch\/medienspiegel\/bischof-will-priester-loswerden\/\">https:\/\/www.kath.ch\/medienspiegel\/bischof-will-priester-loswerden\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.kath.ch\/newsd\/bischof-charles-morerod-will-weniger-priester-und-gottesdienste\/\">https:\/\/www.kath.ch\/newsd\/bischof-charles-morerod-will-weniger-priester-und-gottesdienste\/<\/a>, Artikel, in denen ich mich ebenfalls \u00e4ussern konnte<\/p><p>(<a href=\"https:\/\/diocese-lgf.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201215_CP_precisions_article_NZZ_d.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>PDF-Version<\/em><\/a>)<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitteilung an unsere pastoralen Mitarbeiter Nach der Ver\u00f6ffentlichung eines Artikels in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung[1] vom 13.12.2020, in dem die Journalistin klar differenzierte zwischen meinen eigenen Aussagen und denen, die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":9404,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[41,114],"tags":[],"class_list":["post-9487","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktualitat","category-mitteilungen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9487"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9487\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9498,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9487\/revisions\/9498"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9404"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/diocese-lgf.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}